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Hochbeete, Hügelbeete & Schlüssellochbeete

Was ist dran am „erhabenen“ Gärtnern?

Wer ein Stück Garten hat und darin Nutzpflanzen gedeihen lassen möchte, denkt sich vermutlich: Loch in den Boden buddeln und rein mit den Pflanzen. Ein bisschen Bodenverbesserung, Dünger, Wasser. Fertig!

Ist ja auch scheinbar die naheliegende Art, sein Obst und Gemüse anzubauen. Warum sollte man sich die Mühe machen, etwas quasi Naturgegebenes noch besser machen zu wollen, also ein „Beet über dem Beet“ zu bauen? Eigentlich verrückt!

Es würden aber nicht scharenweise Gärtner überall auf der Welt auf die Idee abfahren und massenhaft Blogs und Bücher darüber schreiben, wenn das Konzept so überflüssig wäre, wie es im ersten Augenblick klingt.

Ihre Neugier ist geweckt? Dann schauen wir uns das Thema mal genauer an.

Grundlegende Planung eines Hochbeets

Bevor Sie entscheiden, welche Hochbeet-Form für Sie die richtige ist, sollten Sie sich diese Fragen stellen:

  • Möchten Sie in erster Linie Zier- oder Nutzpflanzen ansetzen?
  • Wie viel Platz haben Sie zur Verfügung?
  • Welches Ziel verfolgen Sie langfristig?

Hochbeete mit Zierpflanzen – Gräser, Blumen, Stauden

Wer bei der Planung von Hochbeeten & Co. ausschließlich an Zierpflanzen interessiert ist, hat es leicht. Denn hier geht es mehr um die Präsentation und die Optik. Ein Hochbeet wird eventuell als Raumteiler oder Strukturhilfe verstanden, möglicherweise auch als Sicht- oder Lärmschutz.

In diesem Fall suchen Sie sich ein oder mehrere Hochbeete am besten nach Designgesichtspunkten aus.

Welche Form und welches Außenmaterial gefällt ihnen am besten? Welcher Standort in Ihrem Garten ist optimal, um einen guten gestalterischen Gesamteindruck zu erzielen? Die Höhe und auch die Größe des Hochbeets sind dabei aus funktionaler Sicht eher von nachrangigem Interesse.

Natürlich sollten Sie darauf achten, dass der Standort auch mit den Pflanzen harmoniert, die Sie bevorzugen: Hochbeete können auch hübsche Schattenpflanzen beherbergen, dürfen dann aber nicht in der prallen Sonne stehen.

Am besten betrachten Sie Hochbeete in diesem Fall wie große Blumenkübel. Denn Sie bieten die gleichen Vor- und Nachteile. Ein Nachteil wäre – genau wie bei Kübeln auch, dass Sie öfter bewässern müssen als bei Pflanzen, die direkt in den Gartenboden gepflanzt sind. Ein Vorteil wäre, dass die Pflanzen fast schon in Augenhöhe und damit deutlich imposanter erscheinen, selbst, wenn sie gar nicht so groß sind.

Top-Zierpflanzen für Hochbeete, die im Schatten oder Halbschatten stehen

Da hätten wir zum Beispiel: Bergenien, Heuchera (Purpurglöckchen), Funkien (Hosta), Farne, Efeu, Ziergräser wie Seggen (Carex) und Japan-Waldgras.

Experten-Tipp: Wählen Sie für die Randbereiche auch Pflanzen aus, die nach unten wachsen, wie zum Beispiel Efeu, um die vertikale Bauform des Hochbeets optisch zu betonen.

 

Top-Zierpflanzen für Hochbeete, die in der Sonne stehen

Da hätten wir zum Beispiel: Nigella, Sonnenhut, Goldmohn, Federgras, Wolfsmilch und Lavendel.

Experten-Tipp: Achten Sie darauf, keine Pflanzen auszuwählen, die mit der Zeit zu groß werden und im unteren Bereich verkahlen. Denn genau auf diesen Bereich fällt dann das Auge.

Zierpflanzen-Hochbeet anlegen

Das Besondere an einem „richtigen“ Hochbeet ist das Schichtverfahren – auf das Prinzip kommen wir gleich noch zu sprechen. Auch wenn jetzt etwas vorgegriffen wird, aber bei einem Zierpflanzen-Hochbeet kommt es nicht wirklich darauf an. Hier bleiben wir eher klassisch wie beim Pflanzkübel: Ganz nach unten kommt eine gute Drainage aus Blähton oder Splitt, damit überschüssiges Wasser abziehen und keine Staunässe verursachen kann. Darüber kommt ein trennendes Unkrautvlies und zu guter Letzt noch hochwertige Kübelpflanzenerde. Fertig. Die Pflanzen können eingesetzt und bewundert werden.

Bei Zierpflanzen-Hochbeeten ist es auch ganz einfach eine Frage des Geldes, wie viel Erde man einsetzen möchte. Mehr als 20–30 Zentimeter wachsen Zierpflanzen sowieso nicht in die Tiefe. Alles, was darunter kommt, kann prinzipiell mit Füllmaterial vollendet werden.

Der Hybrid: Hochbeete auf Stelzen

Sie sehen aus wie höher gelegte Blumenkübel und arbeiten aufgrund der fehlenden Pflanztiefe ebenfalls nicht mit dem Schichtprinzip (wir kommen wirklich gleich noch darauf, was das nun bedeutet). Auch hier macht man einfach eine Drainage, Trennvlies und Kübel- oder Kräuterpflanzenerde.

Wobei wir auch schon beim Thema sind: In diese eher flachen Hochbeete setzt man gern Kräuter ein. Sie wurzeln nicht tief, mögen es schön warm – und Sie haben den Vorteil, dass Sie sich beim abernten nicht bücken müssen. Die Distanz zum Boden führt auch dazu, dass Schnecken den Weg hierhin nicht so leicht finden – und wenn, dann finden SIE sie noch schneller. Das Gefühl, nicht von Schnecken überlaufene Kräuter genießen zu können, ist den Aufwand wert.

Natürlich können in diese Art Hochbeete auch andere Gemüsesorten angepflanzt werden, die nicht tief wurzeln, zum Beispiel Chilis und Paprikas, Tomaten und verschiedene Salate, Spinat und Mangold. Wunderbar gehen auch Erdbeeren, die sich charmant nach unten hangeln können.

Problematisch wird es nur bei Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken und Rettiche, denen einfach der nötige Platz fehlen würde.

„Echte“ Hochbeete für den Anbau von Gemüse, Kräuter und Obst

Nun kommen wir endlich zum eigentlichen Thema. Die „echten“ Hochbeete haben zwei herausragende Merkmale:

Zum einen sind sie wirklich hoch, wir sprechen hier von ungefähr einem Meter Höhe, und die Befüllung erfolgt nach einem bestimmten Prinzip: Verschiedene organische Materialien werden übereinander geschichtet, um sich einen Effekt zunutze zu machen, der dem Verrottungsprozess in Komposttonnen ähnlich ist. Die Wärme, die dabei entsteht, bringt nämlich den entscheidenden Vorteil zum normalen Gartenbeet: Das Wachstum der Pflanzen beginnt früher, ist stärker und geht länger. Dass dabei auch noch gute Komposterde entsteht, ist ein weiterer positiver Nebeneffekt. Fassen wir die Vorteile eines Hochbeets kurz zusammen:

Vorteile von Hochbeeten

  • Schnelles Pflanzenwachstum & höhere Ernte; durch Verrottung entsteht Bodenwärme, die Pflanzen besser und schneller wachsen lässt
  • Weniger Belastung durch Schädlinge wie Nacktschnecken und Mäuse durch höhere Kontrolle; Mäuse werden durch einen Kaninchendraht abgehalten; Nacktschnecken etwa durch eine Scheckenkante, ein Kupferband oder eine bestimmte Farbe, die den Schnecken zu glatt ist.
  • Weniger Unkraut durch das dichte Setzen der Pflanzen; dadurch auch weniger Wasserverlust, da die vielen Blätter den Boden schattieren
  • Optische Möglichkeiten: Sichtschutz, Trennung von Bereichen
  • Ergonomie im Garten: Rückenschonendes Gärtnern durch die besondere Höhe
  • Haushalts- und Gartenabfälle lassen sich gut recyclen
  • Bei schlechten Böden im normalen Gartenbeet eine gute Alternative
  • Standort kann beliebig ausgewählt werden (zum Beispiel Nord-Süd-Achse)
  • Düngt sich quasi von alleine (Kompostprinzip)
  • Die Erntesaison wird verlängert; besonders wenn auch noch ein wärmendes Dach vorhanden ist
  • Weil man nicht mit den Füßen ins Beet geht, wird die Erde nicht verdichtet
  • Durch die Erhöhung und begrenzte Fläche schnellere Erwärmung (Sonne trifft auf die Außenwände)

Nachteile von Hochbeeten

  • Zusätzliches Gießen notwendig
  • Schnellere Abkühlung bei kaltem Wetter, Frostgefahr

Aus welchem Außenmaterial sollte ein Hochbeet bestehen?

Tatsächlich spielt das Material eine untergeordnete Rolle. Wer ein relativ kleines Hochbeet im Sinn hat, wird bei Metall aufpassen müssen, dass die Erde nicht zu warm wird und die Wurzeln verbrennen. Ansonsten spricht nichts dagegen.

Auch Corten-Stahl ist schwer im Trend und hat zudem den Vorteil, dass Schnecken das Material nicht mögen.

Bei Holz sollte immer eine Lage aus Noppen- oder Teichfolie ausgebracht werden, damit das Holz durch die hohe Feuchtigkeit keinen Schaden nimmt. Wer Holz aus ökologischen Gründen wählt, muss leider mit der zusätzlichen Plastikschicht leben.

Kunststoff … ist halt Kunststoff. Ein Material für die Ewigkeit, aber nicht unbedingt etwas, was jeder naturnahe Gärtner in seinem Garten haben möchte. Es ist allerdings leicht, bruchfest und auch relativ kostengünstig.

Die verschiedenen Schichten

Die meisten Pflanzen benötigen nur 30–40 Zentimeter Kultursubstrat, in das sie ihre Wurzeln schlagen. Alles, was weiter darunter kommt, wird von den Pflanzen faktisch nicht mehr erreicht. Deswegen besteht hier die Möglichkeit, in dem unteren Bereich des Hochbeets einen Verrottungsprozess stattfinden zu lassen.

Bevor mit dem Schichten begonnen wird, kommt ein Kaninchendraht auf den Boden. Dieser kann auch gern doppelt über Kreuz gelegt werden und soll verhindern, dass Wühlmäuse sich einnisten.

  1. Ganz nach unten kommt eine ungefähr 30 Zentimeter dicke Drainageschicht aus Reisig, Baum- und Strauchschnitt, Ästen und Zweigen. Man kann diese Schicht locker lassen oder sie verdichten, dann sackt der Teil später nicht mehr so arg zusammen. Dazu springt man kurz in das Hochbeet hinein und tritt die Äste fest.
  2. Nun kommt Schicht aus abgestochenen Rasensoden. Diese werden umgekehrt (Grasseite nach unten) geschichtet (ca. 10 Zentimeter)
  3. Darüber gibt man eine Schicht Rasenschnitt, Laub und Gartenabfälle (ca. 10 Zentimeter)
  4. Dann – wenn man hat – halbreifen Kompost (ca. 20 Zentimeter)
  5. Darüber dann Komposterde gemischt mit Hochbeeterde (ca. 30 Zentimeter)

Wichtig ist, jede Schicht gut zu durchfeuchten, damit der Verrottungsprozess gleich angestoßen wird.

Nach 1–2 Jahren verrotten die unteren Ebenen. Dann sackt der Inhalt zusammen und rutscht bis zu 20 Zentimeter ab. Dann einfach vor dem erneuten Bepflanzen neue Hochbeeterde aufschütten. Wenn das Ganze richtig tief abgesackt ist, mehr als 30 Zentimeter, kann man auch eine Schicht Grassoden oder Rasenschnitt nach unten geben, und erst dann die Hochbeeterde oben drüber. Denn man braucht ansonsten richtig viel frische neue Erde, was teuer und aufwendig werden kann.

Nach ca. 6–7 Jahren müssen diese Schichten komplett neu aufgebaut werden. Aber bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit.

Wann sollte man ein Hochbeet anlegen?

Die richtige Zeit ist im Herbst, denn nun fällt viel Material im Garten an, was ansonsten in den Biomüll wandern würde. Wenn man jetzt auch schon gleich schichtet, haben die verschiedenen Lagen ausreichend Zeit, sich zu setzen und etwas zu komprimieren. Der Vorteil davon: Das Hochbeet sackt nicht schon im zweiten Jahr um ein ordentliches Stück ab.

Auch im Frühling (letzte Aprilwoche) ist eine günstige Zeit, denn dann sind die Wintergäste ausgezogen, die eventuell vorher im Material gelebt und überwintert haben. Vor dem Schichten ins Hochbeet das gesamte Material einmal umsetzen, damit kein Tierchen mit eingearbeitet wird. Bis dahin kann man das Material einfach schonmal im Garten sammeln.

Der richtige Standort für ein Hochbeet

Der wichtigste Faktor ist Licht. Optimal wären fünf Stunden Sonne am Tag. Die Pflanzen im Hochbeet können nur eine reiche Ernte bieten, wenn sie ausreichend Photosynthese betreiben können. Daher ist der Standort tatsächlich das A und O. Hier sollte man lieber einmal mehr als zu wenig nachdenken und den Kompass bemühen. Denn, ist ein Hochbeet erstmal mit allen Schichten befüllt, lässt es sich nicht mehr bewegen. Und steht fortan für einige Jahre an einem ungünstigen Platz.

Bewährt hat sich eine Nord-/Südausrichtung – dann bekommt jede Pflanze die Sonne ab. Das Beet sollte zwar so sonnig wie möglich stehen, gleichzeitig aber auch windgeschützt. Der Windschutz ist daher wichtig, weil CO2, das die Pflanzen benötigen, sonst einfach weggepustet werden würde. Außerdem trocknet Wind aus, eine höhere Wassergabe wird notwendig.

Wenn Sie es sich leicht machen möchten, achten Sie auf eine Wasserversorgung in der Nähe. Hochbeete müssen zusätzlich bewässert werden, sonst vertrocknen die Pflanzen sehr schnell. Eine Wasserleitung oder Regentonne in Greifweite wäre optimal.

Variante Stufenhochbeet

Ein Stufenhochbeet ist ein mehrteiliges Hochbeet mit verschiedenen Terrassen. Ganz nach unten kommen darin die starkzehrenden Pflanzen, wie zum Beispiel Kartoffeln. In die Mitte dann vielleicht Erdbeeren. Und ganz nach oben Kräuter. Die mögen es besonders sonnig und muckelig warm. Es gibt natürlich noch ganz andere Pflanzmöglichkeiten. Ein weiterer Vorteil des Stufenhochbeets: Es bringt eine gewisse Ordnung in die Sache, man verliert nicht so schnell die Übersicht über das, was gepflanzt wurde.

Was pflanzen? Die richtige Fruchtfolge

Wer es richtig ernst mit seinem Hochbeet meint, der achtet darauf, was genau gepflanzt wird. Eine wichtige Sache ist die sogenannte Fruchtfolge. Hier entscheidet man, Jahr für Jahr, was eingesetzt wird.

Ganz zu Beginn, wenn das Hochbeet frisch befüllt ist, orientiert man sich an Starkzehrern wie Tomaten, Kartoffeln, sämtlichen Kohlarten, Aubergine, Gurken, Melonen, Lauch, Zucchini, Sellerie und Kürbis. Denn die Erde ist noch frisch und voll mit Nährstoffen. Nicht jede Pflanze kommt damit so gut klar wie die genannten.

Im Jahr darauf sucht man sich Mittelzehrer aus. Dazu gehören Kohlrabi, Rote Bete, Karotten und Zwiebeln, Fenchel, Knoblauch, Paprika, Rettich und Salat.

Und in den folgenden Jahren sind dann die Schwachzehrer dran. Dazu gehören zum Beispiel Kräuter. Diese gedeihen besser in magerer oder Kräutererde. Weitere Schwachzehrer sind Erbsen, Bohnen, Radieschen, Spinat und Mangold, Rucola, Feldsalat und Kresse.

In den folgenden Jahren wird die Erde immer schwächer, kann aber natürlich jederzeit mit frischem Kompost wieder nährstoffreicher gemacht werden.

Mit neu eingebrachten Nährstoffen macht man sich wieder unabhängiger von der Fruchtfolge. Ob man lieber diesen Weg geht oder den „natürlicheren“ bleibt jedem selbst überlassen. Ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. 

Können alle Gemüsearten ins Hochbeet?

Prinzipiell ja, aber bedenken Sie bei Zucchini, Kürbis, Melone und Gurke, dass sie sehr groß werden können und den anderen Pflanzen den Platz wegnehmen. Auch einige Kohlarten können sich sehr breit machen und sollten eventuell besser in ein herkömmliches Bodenbeet gepflanzt werden. 

Mischkultur ist besser als Monokultur

Eine Mischkultur hat viele Vorteile. Es gibt Pflanzen, die quasi gegenseitig auf sich aufpassen, die Schädlinge vertreiben, gegen die die andere Pflanze machtlos ist. Das macht man sich zunutze. Kräuter wie Rosmarin, Thymian + Minze halten durch ihre ätherischen Öle Ungeziefer fern.

Manche Pflanzen hingegen ertragen sich nicht und wachsen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander nicht gut. Dazu gehören:

  • Schnittlauch und Petersilie
  • Zwiebeln und Kohl
  • Karotten und Rote Bete
  • Salat und Fenchel 

Ganz leicht umschifft man das Problem, indem man eine andere Pflanze dazwischen setzt, zum Beispiel Rucola. 

Winterbepflanzung & Winterschutz

Wer sich einen Frostschutztunnel aus einem Gitter bzw. Stäben und Vlies baut, kann Fröste bis zu den Eisheiligen abhalten – und auch diebische Vögel vertreiben.

Auch im Winter kann übrigens geerntet werden: Knoblauch (keinen  aus dem Supermarkt verwenden, die sind chemisch behandelt), Rosenkohl (vorher drinnen aussäen), Feldsalat (Samen), Steckzwiebeln uns Blattsenf sind tolle Kandidaten.

Heißer Tipp: Hochbeete bei Winterbepflanzung den ganzen Winter über weiter gießen. 

Schnelle Ernte vor den Eisheiligen?

Spinat mag die kurzen Tage und wächst schnell. Wenn man Mitte April aussät, kann man 6 Wochen später bereits ernten.

Tipp: Breitwürfig aussäen. Die Samen keimen nach 8–12 Tagen.

Radieschen sind Schnellkeimer. Sie pflanzt man am besten in geraden Reihen. Dazu eine 0,5 Zentimeter tiefe Furche ziehen, Samen in 2–3 cm Abstand einstreuen (spart das spätere Pikieren). Nach 4 Wochen kann man sie ernten.

Kopfsalat am besten als kleine Pflanze einsetzen, nicht als Samen. Dann kommt man ebenfalls zu einer schnellen Ernte.

Was kann man beim Thema Hochbeet falschmachen?

Am Anfang vermutlich einiges. Ist auch kein Wunder, das Thema ist sehr umfangreich – und es gibt unzählige Meinungen und Erfahrungen.

Die gängigsten Fehler, die man aber gut vermeiden kann, sind:

  • Das Hochbeet hat eine zu geringe Höhe oder die falsche Größe: Ist das Beet zu tief, kann man nicht gut arbeiten, muss sich bücken. Ist es zu groß, kann man nicht mit ausgestrecktem Arm arbeiten. Dann wird es anstrengend.
  • Mehrere Hochbeete stehen zu eng beieinander: Wenn man nicht mal einen Eimer zwischen zwei Hochbeeten absetzen kann, wird man Schwierigkeiten bekommen, vernünftig zu arbeiten.
  • Falscher Standort und falsche Pflanzreihenfolge: Zu wenig Sonne, keine Beschäftigung mit den Bedürfnissen der Pflanzen – das führt zu Problemen
  • Keine richtige Schichtung: Das Hochbeet funktioniert dann nicht wie ein Kompostierer
  • Keine Schädlingsabwehr: Wühlmäuse, Nacktschnecken machen, was sie wollen
  • Erde aus dem eigenen Garten benutzt: Die ist meist zu lehmig oder zu sandig; und enthält einen Haufen Unkrautsamen und sonstiges, was man nicht in seinem Hochbeet haben möchte (uäh, Schneckeneier!)
  • Der absolute Fehler Nr. 1: Zu wenig gießen. Besonders im Hochsommer muss früh + spät gegossen werden.
  • Falsche Pflanzen: Kohl, Zucchini, Kürbis brauchen zu viel Platz; Minze ist invasiv (kleiner Trick: Minze direkt im mitgekauften Pflanzcontainer einsetzen, dann hat sie gleich eine Wurzelsperre) …
  • Fehlender Kälteschutz vor den Eisheiligen: Hier genügt eine einfache Plane oder ein dünnes Vlies
  • Keinen Mulch gestreut: Der Boden ist so nicht vor Austrocknung geschützt, es muss noch mehr gegossen werden
  • Zu eng gesetzte Pflanzen von Anfang an; sie werden sich unweigerlich bedrängen und nicht gut entwickeln

Weitere Hochbeetformen

Schlüssellochbeet / Keyhole Bed / Keyhole Garden

Das Schlüssellochbeet geht sehr in die Richtung Permakultur. Es wird als selbsterhaltendes Kreislaufsystem konzipiert, das mit sehr wenig Nährstoffen und Wasser auskommt. Anders als das klassische Hochbeet muss es nicht nach einigen Jahren neu aufgeschichtet werden, sondern versorgt sich automatisch immer selbst durch ein integriertes Kompostier- und Gießsystem.

Das Prinzip hat eine Hilfsorganisation in den 1990er-Jahren für afrikanische Länder entwickelt, die besonders an Dürre leiden. Mit drei dieser speziellen Hochbeete kann eine Familie das ganze Jahr über mit ausreichend Obst und Gemüse versorgt werden. Denkbar ist der Einsatz auch für besonders regenreiche Gebiete, die durch das Zuviel an Wasser an Nährstoffausschwemmung und dadurch schlechte Böden leiden.

Die Form dieses Hochbeets ist sehr speziell, daher auch der bildliche Name: Die Anlage ist kreisrund, mit einer keilförmigen Aussparung, über die man auf das Beet zutreten kann. Das sieht aus der Vogelperspektive wie das klassische Schlüsselloch aus alten Zeiten aus. Gleichzeitig befindet sich in der Mitte eine Kompostzone aus Drahtgeflecht oder Holzlatten, in die man Küchenabfälle legt. Dies wird dann mit etwas Wasser getränkt. Die Nährstoffe, die beim Kompostieren entstehen, gehen über das Gießwasser direkt in die Erde und düngen diese. Auch Würmer können zwischen Kompost und Erde hin- und herkriegen und alles schön durcharbeiten. Total genial!

Wicking Bed – Hochbeet mit Dochtwirkung

Bei dieser besonderen Konstruktion baut man eine Selbstbewässerungsanlage gleich mit ein. Das klingt kompliziert, bedient sich aber eines einfachen physikalischen Prinzips: Der Kapillarkraft. Wie in einem Docht saugt sich die Erde aus einem integrierten Reservoir voll. Der Vorteil ist, dass nur noch dieses Reservoir aufgefüllt werden muss. Das Hochbeet verliert damit ein bisschen den Schrecken, dass es jeden Tag gegossen werden muss.

Hügelbeet – Hochbeet ohne Wände

Ein Hügelbeet funktioniert wie ein normales Hochbeet, aber es hat keine Wände. Direkt auf dem Gartenboden wird ein Hügel aus verschiedenen Schichten aufgehäuft, im Inneren wird kompostiert – die Schichten entsprechen genau denen eines klassischen Hochbeets. Auch hier entsteht Verrottungswärme, die den Pflanzen zugutekommt. Ein weiterer Vorteil: Die Anbaufläche vergrößert sich.

Das Hügelbeet-Prinzip war in den 1980ern schonmal sehr populär und nimmt nun wieder an Fahrt auf. Es ist wesentlich einfacher zu konstruieren als ein normales Hochbeet, denn es ist kaum extra Material dafür notwendig. Alles, was man dazu braucht, hat man normalerweise schon im Garten (vielleicht bis auf den Kaninchendraht, der auch hier ganz nach unten gelegt wird, um Wühlmäuse abzuhalten). Ein gewisser Nachteil ist, dass Wasser sehr schnell abfließt, man also genau aufpassen muss, dass die Pflanzen nicht austrocknen. 

Kurzes Fazit zum Thema Hochbeete

Das Thema Hochbeete erfreut sich gerade eines riesigen Zuspruchs in der DIY- und Selbstversorgergemeinde. Wir konnten es in diesem Artikel nur kurz ankratzen – zu vielfältig und umfangreich sind die Informationen dazu.

Wenn wir aber einen finalen Tipp geben dürfen: Einfach ausprobieren. Es kann nicht viel kaputtgehen. Und Erfahrung macht klug! 

In diesem Sinne: Viel Spaß & gute Ernte!

Hochbeete, Hügelbeete & Schlüssellochbeete