Vögel füttern im Garten oder auf dem Balkon – So geht es richtig!

Soll man Vögel überhaupt füttern?

Wir sind uns alle darüber im Klaren, dass die Vogelfütterung allein nicht die Welt retten kann. Daher sparen wir uns gleich die hitzige Diskussion darüber, ob es generell richtig ist oder falsch. Wer weiß das schon so genau … 

Was wir aber wissen ist, dass viele unserer Kunden es wahnsinnig lieben, „ihren“ Vögeln etwas Gutes zu tun. Und sie sehr viel Freude daran haben, zu beobachten, wie sich Meisen, Amseln und Finken an den leckeren Körnern und Knödeln laben, die sie für ihre gefiederten Freunde bereit stellen.

Wir leisten unseren bescheidenen Beitrag dazu, indem wir qualitativ hochwertiges Futter und Zubehör zur Verfügung stellen. Denn nicht alles, was es auf dem Markt gibt, verdient dieses Prädikat. Dazu später mehr. Besonders im Winter haben wir eine große Vielfalt an Vogelfutter, Vogelhäuschen und Futterstellen im Angebot.

Zurück zur Fütterung: Wichtiger als das generelle Ja oder Nein, ist die Frage der richtigen Handhabung. Denn einfach nur kaufen und hinstellen, reicht leichter nicht. Man kann sehr viel verkehrt machen und den Vögeln damit sogar mehr schaden als nutzen. 

Um unseren Wildvögeln ein möglichst tolles, winterliches Futtererlebnis zu bescheren, haben wir Ihnen einige Tipps zusammen gestellt. Denn richtig Füttern will tatsächlich gelernt sein!

Informieren Sie sich gern per Mail oder auch direkt, wenn Sie im Umkreis unseres Pflanzencenters wohnen. Unsere Experten beraten Sie ausführlich über die Möglichkeiten und die korrekte Handhabung. 

Ganz wichtig: Nicht aufhören!

Der allerwichtigste Tipp zuerst: Wer einmal mit dem Füttern von Wildvögeln angefangen hat, darf nicht abrupt damit aufhören – oder Tage auslassen. Die Vögel lernen und verlassen sich auf ihre Futterquellen. Versiegen diese plötzlich und unerwartet, können sie im schlimmsten Fall tatsächlich verhungern.

Klingt drastisch, ist es auch! Wenn Sie also schon wissen, dass Sie die Futtergabe nicht konsequent leisten können, verzichten Sie besser darauf. Im Zweifelsfall tun sie den Vögeln damit den größeren Gefallen.

Das richtige Futter

Ganz ganz wichtig und die erste Regel bei der Auswahl des Futters: Keine Speisereste und Küchenabfälle anbieten. Dazu gehören auch Brotkrumen, denn diese sind voll mit Salz, Gewürzen und eventuell auch Chemie und damit reines Gift für die empfindlichen Vogelmägen.

Generell nur möglichst hochwertiges Futter verwenden. Die Gefahr der Verunreinigung durch Ambrosia, einem sich immer stärker ausbreitenden Unkraut, ist groß. Diese Samen können Allergien bei Menschen auslösen, verstärken oder verlängern. Besonders aus Osteuropa stammendes Vogelfutter ist damit oft versetzt.

Kaufen Sie das bitte nicht! Sie fördern damit ungewollt, dass immer mehr Menschen auch hierzulande von Heuschnupfen und Asthma geplagt werden. Auf der Packung des Futters sollte stehen „100% frei von Ambrosia“. 

An Vielfalt denken – nicht jeder Vogel frisst das Gleiche! Sonnenblumenkerne und Nüsse lieben fast alle Vögel. Damit kann man nichts verkehrt machen.

Weichfutter wie zum Beispiel Obststücke oder auch ganze Äpfel, Haferflocken, Trockenfrüchte, Kleie und Hanfsamen werden von einigen Vogelarten bevorzugt. Bitte häufiger kontrollieren und austauschen, denn das im Feuchtfutter vorhandene Wasser kann schnell anfangen zu schimmeln.

Getrocknete Mehlwürmer ergänzen den Mix und ersetzen die Würmer, die für viele Vögel die Hauptmahlzeit darstellen.

Ein Gemisch aus Fett und Samen ist besonders bei Meisen begehrt. So eine Masse kann man selbst zusammen rühren und zu Kugeln formen oder einfach fertig im gut sortierten Fachhandel beziehen.

Bei gekauften Meisenknödeln aber unbedingt daran denken, die Plastiknetze rechtzeitig zu entfernen, bevor sich die Tiere darin verheddern und verletzen können.

Vogelhäuschen und Futterstellen

  • Futterspender und -silos sind pflegeleichter und hygienischer als die klassischen Futterhäuschen, da sie kaum von den Vögeln beschmutzt werden können. Außerdem lassen sie nervige Straßentauben abblitzen, die daran keinen Halt finden.
  • Aber auch Häuschen können Sie gern weiterhin verwenden, wenn Sie sie regelmäßig reinigen. Dazu einfach täglich mit einem kleinen Handfeger auswischen und erst dann neues Futter nachlegen, wenn sich kein Unrat mehr darin befindet. Sollte es immer noch schmutzig sein, gründlich mit heißem Wasser ausspülen. Vogelkot ist eine Quelle für Krankheiten – die nicht auch zuletzt auf den Menschen übertragbar sind.
  • Auch am Boden, also zum Beispiel auf dem Rasen, Samen ausstreuen, da einige Vogelarten es vorziehen, Futter vom Boden zu picken.
  • Futterstellen an mehrere Stellen platzieren, damit sich die kleinen Freunde nicht gegenseitig „ins Gefieder“ kommen und sich um ihr Essen zanken müssen.
  • Die Futterplätze katzensicher aufbauen. Mindestens 1,5  bis 2 Meter über den Boden oder so an einem Ast befestigen, dass die Katzen nicht dran kommen. Auch ein spezieller Abwehrgürtel, den man um Bäume legen kann, hat sich bewehrt. Leider weiß man mittlerweile, dass unsere geliebten Hauskatzen nicht ganz unschuldig am Schwund der Singvögel sind. 
  • Vorsicht vor Glasscheiben in unmittelbarer Nähe. Vögel können sie nicht sehen und verletzen sich im Anflug häufig – das geht sogar bis zum Genickbruch. 
  • Das Futter unbedingt vor Nässe schützen, am besten überdachen. Feucht gewordenes Futter möglichst rasch entfernen und durch frisches, trockenes austauschen. 
  • Auch an Wasser denken! In den Körnern und Samen ist nicht genug Flüssigkeit enthalten. Besonders bei Frost sollten Sie Wasserschalen aufstellen – und regelmäßig erneuern, damit sich weder Kot noch Schimmel ansammeln können.

Langfristig denken: Die natürliche Gartengestaltung

Neben der Zugabe von Futter können Sie noch etwas Wichtiges für die Vogelwelt tun:

Eine natürliche Gartengestaltung, bei der es Büsche mit Samen und Beeren, liegen gelassenes Fallobst, Laubhaufen und Totholz, Sämereien am Wegesrand und ungestutzte Hecken und Sträucher zum Unterschlüpfen gibt, tut noch viel mehr für den Arterhalt als die reine Fütterung. 

Der Natur freien Lauf lassen

Das klingt fast schon kompliziert in unseren modernen Ohren. Es ist aber nichts weiter als das, was die Natur von sich aus machen würde, wenn der Mensch nicht ständig ordnend und verschönernd eingreifen müsste.

Und für die Freunde von exotischen Pflanzen brechen wir direkt mal eine Lanze: Auch Bambus tut seinen Beitrag für den Erhalt von Vögeln! Als immergrüne Pflanze bietet Bambus Rückzugsmöglichkeiten zu jeder Jahreszeit an. Sie brauchen also in dieser Hinsicht kein schlechtes Gewissen zu haben – insofern Sie auch einige endemische Arten als Ausgleich in Ihrem Garten beherbergen.

Sie sehen, jeder von uns kann jederzeit damit anfangen, ein Paradies für Wildvögel zu schaffen, bei dem die Zufütterung nur das “Tüpfelchen auf dem I” ist. 

Weitere Beiträge in dieser Kategorie