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Richtig aussäen – wie geht das eigentlich?

Tipps & Tricks zum richtigen Aussäen

Der Februar neigt sich bald dem Ende zu, die Tage werden merklich länger und schon juckt es wieder wie wild in den Fingern: Man will endlich loslegen mit dem Gärtnern! Was käme da besser gelegen als aus der Wärme der Stube schonmal mit dem Ziehen von Kräutern, Gemüse und auch Blumen zu beginnen? Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch wichtig, wenn man zur richtigen Zeit nach draußen ins Beet wechseln möchte. Was man dazu braucht und in welcher Reihenfolge, was zu erledigen ist, erklären wir hier. 

Es fängt immer mit der Erde an ...

Da ist doch noch ein Sack Blumenerde in der Garage – könnte man so denken – die ist doch super geeignet. Leider falsch! Hier entsteht direkt schon der größte Denkfehler. Denn die gut gedüngte Pflanzenerde ist einfach zu üppig für die Anzucht. Sie enthält zu viele Nährstoffe und würde dazu führen, dass die Pflanzenbabys keine stabilen Wurzeln entwickeln und ein kümmerliches Dasein führen würden.

Stattdessen sollte man spezielle, für diesen Zweck entwickelte Aussaaterde verwenden. Sie läuft im Handel auch unter den Begriffen Anzuchterde, Vermehrungserde oder Pikiererde.

Diese Spezialerde verwendet man immer dann, wenn man Pflanzen aus Samen ziehen möchte, wenn man Stecklinge vermehren möchte und zum Pikieren. Was das bedeutet, erklären wir gleich noch. 

Eigenschaften der Aussaaterde

Aussaaterde vereint einige wichtige Eigenschaften, die dazu führen, dass die neuen Pflanzen es einerseits leicht haben, aber andererseits auch ein wenig kämpfen müssen. 

Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. So liegt es auf der Hand, dass eine lehmige, verklumpte Erde die Wuchskraft hemmen würde, also ist Aussaaterde immer besonders feinkrümelig, locker und gleichmäßig.

Sie enthält auch keine Keime, Sporen, Samen und Unkräuter. Und schon gar kein Ungeziefer. Das erreicht man durch die Sterilisierung der Erde. Das ist auch deswegen besonders wichtig, weil bei Verwendung von Folien oder Gewächshäusern schnell mal Schimmel entstehen kann. 

Dass Anzuchterde gleichzeitig Wasser speichern und gut durchlassen kann, ist hilfreich für die Pflege. Staunässe ist für keine Pflanze gut, besonders nicht für den Nachwuchs. Es würde schnell Fäulnis entstehen. Dennoch soll das Substrat die Fähigkeit haben, Feuchtigkeit zu speichern, damit die Pflanzen nicht vertrocknen. 

Und zuletzt spielt die Reduzierung der Nährstoffe die größte Rolle im Mix, denn dadurch erreicht man ein gutes Wurzelwachstum (die Wurzeln müssen regelrecht nach Nahrung suchen und entwickeln sich daher sehr gut) und eine ausgeprägte Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Tatsächlich brauchen die Jungpflanzen auch noch nicht viel – was sie am Anfang benötigen, bringen sie quasi schon selbst mit. 

Aussaaterde ist:

  • keimfrei
  • nährstoffarm
  • wasserspeichernd
  • wasserdurchlässig
  • feinkrümelig
  • locker
  • homogen

Aussaaterde selbst herstellen – geht das?

Das geht auf jeden Fall, aber wir empfehlen es nicht. Zumindest nicht Gärtnerinnen und Gärtnern mit wenig Erfahrung. Die richtige Mischung der Bestandteile ist eine wahre Kunst. Und es gibt Rezepte die besser und welche die schlechter funktionieren. 

Wer es versuchen möchte, hier einige Profi-Tipps: Perlite und Tongranulat haben die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern bzw. die Erde durchlässig zu machen. Letzteres bewirkt auch eine Zugabe von Sand. Kokosfasern haben keine Nährstoffe, können aber Wasser gut halten und eignen sich dadurch hervorragend als Bestandteil. 

Wichtig ist auch, dass die Erde sterilisiert wird; das geht zum Beispiel im Backofen oder in der Mikrowelle. Und auch der richtige pH-Wert spielt eine große Rolle. Dieser ändert sich bei der Zugabe von mineralischen Stoffen wie beispielsweise Sand. 

Über eine kleine Zugabe an Kompost kommen wichtige Mikroorganismen ins Spiel. Hier sollte man aber vorsichtig sein und nicht zu viel des Guten tun. Das würde nämlich im Endergebnis zu geschwächten Pflanzen führen. 

Der beste Standort

Im Februar ist die Lichtausbeute meistens noch sehr gering. Eine Platzierung auf einem Fensterbrett am Süd- oder Westfenster macht daher Sinn. Auch ein Wintergarten ist hervorragend für die Anzucht geeignet. Wer noch mehr machen möchte, besorgt sich LED-Lampen oder -Panels. Ein „Zuviel“ an Licht gibt es nicht. 

Was die Temperatur angeht, mag jede Pflanze etwas anderes. Salat und Petersilie schätzen eher die Kühle – Kohl, Chili, Paprika eher die Wärme.

Die richtige Kombination von Licht und Wärme ist ganz wichtig. In der Priorität steht Licht immer ganz vorn. Wenn die passende Wärme nicht ganz erreicht werden kann, ist das weniger schlimm als Dunkelheit. 

Aussäen und Pikieren – so geht man es an

Schritt eins: Samen ausbringen. Dazu nimmt man meistens Saatschalen (Plastikschalen vom Gemüse aus dem Supermarkt funktionieren auch wunderbar) oder größere Töpfe und streut mehrere Samen in die Anzuchterde rein. Auch Quickpot-Platten kommen hier zum Zug. Die sind sogar besonders praktisch, aber es geht auch ohne.

Wichtig ist, zwischen Licht- und Dunkelkeimern zu unterscheiden (welche Pflanze was ist, steht auf den Samentütchen). 

Bei Lichtkeimern darf keine Erde auf dem Samen liegen; die Samen werden nur ganz leicht in die Erde gedrückt, damit sie guten Kontakt haben. Zu den Lichtkeimern gehören zum Beispiel Kresse, Salat, Möhren, Sellerie, Dill, Kümmel, Basilikum, Bohnenkraut, Majoran und Salbei.

Samen von Dunkelkeimern werden tiefer in die Erde gedrückt. Sie brauchen die Dunkelheit zur Aktivierung. Zu den Dunkelkeimern gehören zum Beispiel Lupinen, Erbsen, Mais und Tomaten. 

Schritt zwei: Wenn die Minipflanzen nun schon ihre beiden Keimblätter bekommen haben, müssen sie vereinzelt werden. Sonst kämpfen sie am Ende um Erde, Wasser, Platz und behindern sich gegenseitig im Wachstum.

Jetzt gilt es, die kräftigsten auszuwählen und aus der Gruppe herauszunehmen. Das nennt man „pikieren“. Genauer gesagt, ist das Pikieren das sehr vorsichtige Herausholen des Pflänzchens mithilfe eines spitz zulaufenden Gegenstands. Daher auch das Wort, was etwas an „Piksen“ erinnert. Hat man einen speziellen Pikierstab zur Hand, geht das wunderbar. Alternativ eignet sich auch ein einfacher Bleistift. Manche Profis schwören sogar auf Schaschlikspieße oder Essstäbchen, weil sie so schön dünn sind. Das ist Geschmacks- und Gefühlssache. Ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. 

Mithilfe des Pikierstabs oder eines Gegenstands nach Wahl fährt man an der Pflanze entlang ins Erdreich, lockert dieses etwas und zieht dann vorsichtig die ganze Wurzel heraus. Ist diese zu lang, zwickt man sie ganz einfach mit den Fingernägeln ab. Mit dem gleichen Gegenstand bohrt man nun ein tiefes, schmales Loch in das Anzuchtgefäß, in dem die Pflanze nun vereinzelt wird und setzt sie – möglichst ohne die Wurzel zu knicken – in die Erde ein. Wichtig: Tiefer einsetzen als vorher, fast bis zu den Keimblättern. Das hat folgenden Sinn: Der kleine Stamm kann nun auch Wurzeln entwickelt, somit wird die Wurzelmasse direkt gleich viel größer. 

In die neue Erde dürfen jetzt auch etwas mehr Nährstoffe als in die reine Anzuchterde. Aber zu gehaltvoll sollte es noch nicht sein. Hier unterscheidet man nun auch nach den Bedürfnissen der Pflanzen. 

Starkzehrer wie Kohl, Tomaten, Paprika, Auberginen und Sellerie können jetzt schon in eine Gemüse-Tomatenerde gepflanzt werden. Schwach- und Mittelzehrer wie Salat, Rote Bete kommen mit einem 1:1-Gemisch von Anzuchterde und Komposterde gut klar. Man kann auch normale Erde mit Humusziegeln mischen. 

Wenn Sie mehr über diese Abläufe erfahren möchten, fragen Sie auch gern unsere ExpertInnen vor Ort. Wir stehen Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. 

Wichtiger Tipp: Immer alles beschriften!

Nicht nur, dass Samen sich ähneln, auch die Keimlinge sind oft kaum zu unterscheiden. Besonders, wenn man verschiedene Chili- oder Tomatensorten pflanzt, wird man später ein Problem bekommen.

Daher immer sofort alles beschriften. Dazu eignen sich einfache Bambusschilder (Stichwort: Nachhaltigkeit!) optimal. Und am besten keinen Kugelschreiber oder Fasermaler nehmen, die Farbe wäscht sich zu schnell aus. Man mag es nicht glauben: Aber die Graphitmine des Bleistifts hält tatsächlich am längsten. Und ist zudem noch am preiswertesten. 

Muss immer pikiert werden?

Nein, es kommt tatsächlich auf die Pflanze und ihre Ansprüche an. Wir können drei Kategorien unterscheiden: 

Kategorie 1 – Muss man pikieren: Paprika, Chili, Auberginen, Kopfsalat und Tomaten sowie einige Kohlsorten.

Kategorie 2 – Kann man pikieren: Kohl, Sellerie, Mangold. Ob man hier pikiert oder nicht, hängt auch von den eigenen Platzverhältnissen ab. 

Kategorie 3 – Sollte man nicht pikieren: Kürbisse, Melonen, Gurken und Zucchini mögen keine Schäden an den Wurzeln und auch kein häufiges Umsetzen. Zwiebelgewächse, Bohnen, Erbsen, Spinat, Feldsalat und Pflücksalate werden direkt ins Freiland gesät, genau wie unterirdisch wachsende Sorten, zum Beispiel Möhren, Radieschen und Rote Bete.

Wann wird was gesät?

Richtige Planung ist hier das A und O. Denn wozu soll man jetzt schon bei den Pflanzen mit der Aussaat beginnen, wenn man dann nicht zur passenden Zeit raussetzen kann? Es ist wichtig, dass man die Entwicklungszeit jeder Pflanze genau kennt und abschätzen kann, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. 

Bereits im Januar kann man einige Pflanzen aus Samen vorziehen, z.B. Zwiebeln, manche Chili- und Paprikasorten, Physalis, Auberginen, Mais, Thymian, Rosmarin, Karotten, Rote Bete und Salate.

Tomaten kommen ja erst Mitte Mai ins Beet, da reicht es, wenn man im März mit dem Aussäen beginnt. Hier gibt es einige Finessen zu beachten; aber mit etwas Muße und Spaß an der Freude, findet man schnell heraus, was genau zu tun ist. Und was ist schöner als gesunde Pflanzen heranwachsen zu sehen und sogar sein eigenes Obst und Gemüse zu ernten? 

Sie haben noch Fragen? Gern beraten wir Sie und besprechen Ihre genauen Wünsche und Voraussetzungen. Unsere Gärtnerinnen und Gärtner sind nicht nur fachlich extrem versiert, sondern auch noch sehr kreativ im Finden von Lösungen. 

Richtig aussäen – wie geht das eigentlich?

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