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Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?

Deutschland, deine Tannen

Im Winter 2020 wurden knapp 30 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland gekauft und liebevoll geschmückt ins Wohnzimmer gestellt. Das ist Rekord! 

Corona ist daran nicht ganz unschuldig – die vielen Menschen im Homeoffice besinnen sich verstärkt auf die traditionellen Werte und kaufen die Bäume bereits viel früher, um länger etwas davon zu haben.

Die meisten der in Deutschland verkauften Bäume stammen aus dem Sauerland, danach folgen Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Damit kann fast der ganze Bedarf in Deutschland selbst gedeckt werden – nur rund 10 Prozent kommen aus benachbarten Ländern wie Dänemark und Polen.

So kam die Welt zum Weihnachtsbaum

Wer denkt, dass Weihnachtsbäume irgendetwas mit Christi Geburt zu tun haben (ergo: Christbäume) und es den Brauch bereits seit über Zweitausend Jahren gibt, der irrt gewaltig.

Tatsächlich ist die Tradition erst rund 500 Jahre alt und hat sich auch eher gemächlich entwickelt. Zunächst konnten sich nur reiche Bürger einen Weihnachtsbaum leisten. Der war damals auch noch keine Nordmanntanne, Edeltanne oder Fichte, sondern eher eine Eibe oder ein Ilex. Hauptsache immergrün und pflegeleicht.

Als das Brauchtum des Weihnachtsbaums langsam alle Schichten der Gesellschaft ergriff, fing man an, Bäume bewusst für diesen einmaligen Zweck heranzuziehen. Die Nachfrage war mittlerweile enorm und konnte nur durch den gezieltem Anbau gedeckt werden.

Die Tradition des Weihnachtsbaums entstand übrigens in Europa und wurde erst später von den Amerikanern übernommen. Diesen wird dann allerdings die Ergänzung mit elektrischen Lichtern zugeschrieben. Der erste damit illuminierte Baum wurde natürlich am Weißen Haus platziert.

Erstaunlich ist, dass der Brauch zunächst gar nicht christlich war. Er stammt aus der heidnischen Kultur der Germanen, die in den immergrünen benadelten Zweigen ein Symbol von Lebenskraft sahen und gern damit ihre Häuser schmückten. Kein Wunder: Der Winter war früher deutlich bedrohlicher als er in unserer heutigen Zeit ist. Da lag es nahe, sich ein Stück Natur ins Haus zu holen, was scheinbar von allein überlebensfähig blieb. Wenn das keine Verheißung des Lebens und der Fruchtbarkeit war!

Die Kirche lehnte dieses unreligiöse Symbol sogar lange Zeit ab. Für sie war die Krippe das einzig wahre christliche Zeichen. Erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts herum lockerte man diese Ansicht langsam – und seitdem sagt man wohl auch Christbaum zum Weihnachtsbaum.

Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?
Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?

Und welcher Baum ist nun der richtige?

Das ist in erster Linie eine Geschmacksfrage, aber in puncto Tannenbaum hat sich eine Herdenmentalität entwickelt: Daher lösen wir das Rätsel bereits hier auf.

Die Nordmanntanne ist es. Sie ist einfach unsere große Liebe, wenn es um das Weihnachtsfest geht. Weit abgeschlagen folgt die Blautanne. Und dann mit nur noch ganz wenigen Prozentpunkten der klägliche Rest. Ob das in den nächsten Jahren so bleibt, wird sich aber noch zeigen, denn Colorado- und Koreatannen sind stark auf dem Vormarsch. 

Nordmanntanne / Kaukasustanne (Abies nordmanniana)

So wie sie aussieht, würde man sie vielleicht in Norwegen oder Schweden verorten, aber tatsächlich stammt die Nordmanntanne aus dem Kaukasus.

Dennoch hat sie etwas mit Skandinavien zu tun, denn ihr Entdecker, der Botaniker und Namensgeber Alexander von Nordmann, stammte aus Finnland.

Die Nordmanntanne ist mit einem Anteil von ungefähr 75 % mit großem Abstand der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland. Und das bereits seit den 1980er-Jahren.

Die Gründe liegen auf der Hand: Ihr Grün ist dunkel und satt, ihre Nadeln sind weich, stechen nicht und fallen wochenlang nicht ab, ihr Wuchs ist gefällig und gleichmäßig. Ein Christbaum in Perfektion! Und auch bei unserer KundInnen immer erste Wahl.

Da nimmt man auch gern in Kauf, dass die Nordmanntanne keinen betörenden Nadelduft verbreitet, sondern eher neutral riecht.

Sie ist auch mit Abstand die teuerste Weihnachtstanne, denn sie benötigt rund 15 Jahre, um einigermaßen auf Zimmerhöhe zu kommen – maximal 12 Zentimeter Höhenzuwachs schafft sich nämlich pro Jahr.

Die Nordmanntanne wird tatsächlich nur aus einem einzigen Grund in Deutschland und den Nachbarländern angebaut: Damit wir uns am Weihnachtsfest über sie freuen können. Klingt hedonistisch und nach Wegwerfartikel, ist es aber nicht.

Der heimische Weihnachtsbaumanbau glänzt mit einer äußerst positiven CO₂-Bilanz – besonders, wenn es sich um einen Baum mit Biosiegel handelt, für dessen Aufzucht keine Pestizide und Insektizide verwendet werden. Die Transportwege sind kurz, denn die Samen stammen zwar nach wie vor aus Georgien und Rumänien, aber angebaut wird hier vor Ort.

Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?
Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?

Gemeine Fichte / Rotfichte / Rottanne (Picea abies)

Die Fichte war bis in die 1950er hinein der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen, denn sie wächst tatsächlich ganz natürlich im Wald.

Sie hat kurze, stark stechende Nadeln, die eher locker und ungleichmäßig angeordnet sind. Damit ist sie optisch einfach nicht mehr das, was der Weihnachtsfan sich heutzutage wünscht. 

Sie ist dennoch eine gute Wahl, wenn man einen besonders preiswerten Baum sucht, den man erst kurz vor Weihnachten besorgt – oder ihn auf die Terrasse oder den Balkon stellt – beispielsweise als Zweitbaum. Die Fichte hält nämlich bei normaler Zimmerwärme nicht besonders lange durch und lässt dann schnell die Nadeln fallen.

Der Name „Rotfichte“ kommt übrigens von der rot schimmernden Rinde, die man durch die nur locker mit Nadeln besetzten Äste gut durchblitzen sieht. 

Blaufichte / Blautanne / Stechfichte (Picea pungens / Picea pungens glauca)

Die elegant aussehende Blautanne (die eigentlich tatsächlich eine Fichte ist), löste die Rotfichte in der Beliebtheit schnell ab. Bis in die 1970er hinein war die aus Nordamerika stammende Picea pungens der Weihnachtsbaum schlechthin. Ungeschlagen und schwer beliebt. 

Warum? Die Farbe ist einzigartig, schimmern die Nadeln doch silbrig-blau-grün. Nur stechen sie leider sehr, was das Baumschmücken mit der ganzen Familie zur Tortur macht.

Dafür hat sie sehr stabile Äste, die auch schweren Weihnachtsschmuck gut aushalten und einen aufrechten, etagenartigen Wuchs, der nicht viel Platz in der Breite verschwendet. Da ist die Nordmanntanne deutlich ausladender.

Sie ist etwas teurer als die Rotfichte und mit einem Anteil von ungefähr 15 Prozent der zweitbeliebteste Baum nach der Nordmanntanne.

Wer einen besonders stark duftenden, authentisch und außergewöhnlich schick aussehenden Baum haben möchte, greift hier zu. 

Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?
Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?

Edeltanne / Nobilistanne (Abies procera / Abies nobilis) 

Eigentlich ist sie die beste Alternative zur Nordmanntanne, wenn man auf den kräuterigen Duft nicht verzichten möchte und dennoch weiche, biegsame Nadeln, stabile Äste und eine lange Haltbarkeit sucht. 

Allerdings ist der Wuchs ziemlich speziell. Sagen wir mal so: Keine Edeltanne ist wie die andere – eher ein Charakterbaum, den man so lieben muss, wie die Natur ihn geschaffen hat.

Dafür kann die Nobilis aber ganz gut mit Heizungsluft umgehen, denn sie stammt aus den gemäßigteren Klimazonen Nordamerikas.

Dennoch, durch ihren nicht besonders harmonischen Wuchs, macht die Nobilistanne gerade mal drei Prozent der gesamten Menge an gekauften Weihnachtsbäumen aus. Das Angebot ist mittlerweile gering geworden.

Wo sie aber richtig punktet, ist bei Adventskränzen und -gestecken oder einfach als dekoratives Zweigmaterial. Denn da spielt der Wuchs keine große Rolle, aber die Qualität der Nadeln überzeugt.

Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?
Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?

Was gibt es noch? Kiefer, Douglasie, Engelmannfichte, Küstentanne, Kork- und Coloradotanne – und neu Koreatanne

Wer mitgerechnet hat, weiß, dass noch 7 Prozent an verkauften Bäumen übrig sind. Diese verteilen sich auf die oben genannten Kandidaten – sozusagen die Stiefkinder auf dem Weihnachtsbaummarkt.

Was spricht gegen sie? Nun, sie bringen teilweise einfach nicht die gewünschten Eigenschaften mit. Die Douglasie hat beispielsweise sehr dünne Zweige, die nur leichten Baumschmuck vertragen.

Oder sie sind eher selten oder besonders teuer. Das gilt (noch) für die Colorado- und Koreatannen.

Die Kiefer ist mit ihren langen Nadeln zwar wunderschön und besticht durch lange Haltbarkeit und betörenden Duft, entspricht aber formtechnisch nicht unseren hiesigen Vorstellungen eines Tannenbaums – was einige unserer Nachbarländer wiederum ganz anders sehen. 

Was sich auf dem Markt der Weihnachtsbäume tut, werden wir die nächsten Jahre beobachten. Aber im Moment ist und bleibt der Sieger unsere liebe Nordmanntanne. 

Noch einige Worte zur richtigen Pflege

Weihnachtsbäume haben Durst, richtig viel Durst! 

Das mag erstaunen, haben sie doch keine Wurzeln mehr, über die sie das Wasser aufnehmen können. Es geht hier viel mehr um eine Verlangsamung des nicht Vermeidbaren: die zwangsläufige Transpiration in aufgeheizten Räumen. 

Über die Nadeln verdunsten die Tannen ihr Wasser, mit der Folge, dass diese dann schneller austrocknen und abfallen. Und meistens haben wir es ja in der Weihnachtszeit gern puppig warm in unseren Stuben, kochen viel und lassen nicht so viel Luft rein – was den Verdunstungsprozess weiter beschleunigt. 

Daher ist es wichtig, den Bäumen über ihren Ständer reichlich Wasser zu geben – normales Leitungswasser genügt. Man kann ungefähr sagen: 1 Liter pro 1 Meter Höhe pro Tag. Und am besten meidet man gleich die Nähe einer Heizung oder eines Kamins und sucht ein schönes kühles Plätzchen. 

Falls man nun auf die Idee kommt, die Tanne bisweilen mal vor die Tür zu setzen, um ihr einen frischeren Standort zu gönnen – keine gute Idee! Das Hin und Her mit der Temperatur ist noch schlimmer und führt zu Stress für die Pflanze. Fakt ist ja, wir müssen sie einige Wochen durchbringen, und dann ist der Zauber ja leider schon wieder vorbei. Sie kann also ruhig drinnen bleiben, solange sie nicht gegrillt und gut gewässert wird.

Die Zeit danach oder: Nach dem Fest ist vor dem Fest

Jede Weihnachtszeit geht einmal zu Ende. Und damit geht auch der Baum wieder. Leider. Aber sehen wir es positiv: Die Entfernung des Baumes weist uns unweigerlich Richtung Frühling, zumindest ein Stück weit. Wie geht man bei der Entsorgung am besten vor?

Traditionell bleibt der Baum bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, bei uns stehen. Die Städte und Gemeinden haben feste Tage, an denen sie die Bäume kostenlos einsammeln kommen. Meistens flattern dazu rechtzeitig Infoblätter in die Briefkästen.

Die Tannenbäume dürfen allerdings bei der Abholung ein Mindestmaß nicht überschreiten (meistens 2,5 Meter), müssen abgeschmückt und am Stück sein – also nicht zerteilen, auch wenn er dadurch besser durchs Treppenhaus passt. Einzelteile werden liegen gelassen.

Und was passiert mit den Bäumen? Sie werden kompostiert oder für Biomasse genutzt. Wer seinem Baum selbst eine nachhaltige Funktion geben möchte und einen Garten besitzt, kann die Zweige abtrennen und sie als Winterschutz für empfindliche Pflanzen verwenden.

Auch wenn der jährliche „Weihnachtsbaumkonsum“ wie ein Verhalten von satten BürgerInnen rüberkommt – am Ende des Tages macht uns die Tradition glücklich. Wir erhalten damit Jobs. Und der Umwelt schadet der Spaß weit weniger, als wir bislang angenommen haben. 

Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige?

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